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02.12.2009

Julia Bonk zu den Studierendenprotesten: Master für alle! Bessere Studienbedingungen statt Gebühren durch die Hintertür

für bessere Studienbedingungen

Julia Bonk

Die Abgeordnete des Sächsischen Landtags, Julia Bonk (DIE LINKE), die an der TU Dresden Neuere und Neueste Geschichte sowie Politikwissenschaften studiert, nahm an der Großdemonstration der Studierenden aus Anlass der in Leipzig stattfindenden Hochschulrektorenkonferenz teil. Dabei sprach sie zu den Studierenden.



Es ist gut, dass so viele Studierende zu dieser Demonstration gekommen sind. Wer glaubt, dass es in Sachsen keinen Grund gebe, gegen Studiengebühren zu demonstrieren, irrt. Denn die hiesige schwarz-gelbe Koalition hat in ihrer Koalitionsvereinbarung Gebühren für so genannte Langzeitstudenten festgeschrieben, ohne uns im Landtag sagen zu können oder wollen, was genau darunter zu verstehen ist. Es gibt gute Gründe für eine längere Studienzeit, z. B. Krankheit oder die Notwendigkeit, nebenher jobben zu müssen, oder aber auch eine Schwangerschaft. Statt politisches Schattenboxen gegen die Figur des Bummelstudenten zu veranstalten, sollte sich lieber auch die sächsische Koalition für eine Verbesserung der Studienbedingungen engagieren! Der Druck der Protestierenden zeigt Wirkung. Die politisch Verantwortlichen für die Bologna-Reformen, die Hochschulrektorenkonferenz, die Bundesbildungsministerin, das Sächsische Wissenschaftsministerium u.a. mehr, müssen inzwischen Fehler und Veränderungsbedarf einräumen. Um unsere berechtigten Forderungen auch durchsetzen zu können, wenn Veränderungen am Bologna-Prozess vorgenommen werden, sollten wir in unserem Protest nicht nachlassen. Denn in der Tat war die Verknappung der Bildungszeit beim Bachelor und die zunehmende Verschulung der Unis von Anfang an ein Irrweg. Auch Studienkredite lehnen wir ab, die Kombination aus Verschuldung plus Gebühren für längere Studienzeiten führt zu einer Verschärfung der ohnehin schon bestehenden sozialen Auslese. Wir fordern als LINKE die Einführung eines Existenz sichernden, elternunabhängigen BAföG, ausreichende Finanzierung für gute Studienbedingungen und freie Forschung, demokratische Mitbestimmung und eine Verankerung von Bildung als Grundrecht. Dazu gehört an den Unis die Möglichkeit für alle, den Master zu machen!






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