27.04.2010Keine Ruhe in der Bezirksklasse – Neonazi-Fans schüren erneut Eskalation auf dem FussballplatzRedaktion, 27.4.2010 Beim Bezirksklassespiel zwischen SV Mügeln-Ablaß gegen Roter Stern Leipzig `99 kam es am vergangenen Samstag zu massiven antisemitischen und anderen neonazistischen Äußerungen aus dem Mügelner Fanblock. Außerdem wurde der in Mügeln aktive zivilgesellschaftliche Verein „Vive le courage“ beschimpft
In der 80. Minute wurde das Spiel durch den
Schiedsrichter abgebrochen - eine Reaktion auf die nicht enden
wollenden Hetz-Gesände aus dem Mügeln-Fan-Block. Der Mügelner Bürgermeister Gotthart Deuse, der gleichzeitig Präsident des SV Mügeln-Ablaß ist, weist zurück, dass es neonazistische Äußerungen gab und beschuldigt die Fans des Roten Sterns provoziert zu haben. Mit dieser Meinung steht er allein da: selbst der Pressesprecher des Vereins hat öffentlich bestätigt, dass es nationalsozialistische Gesänge gab.
Führenden Politiker und
Sportfunktionäre hantierten auf den Fuß folgend mit dem
Extremismustheorem. So beklagten der sächsische Innenminister Markus
Ulbig sowie Klaus Reichenbach, Präsident des sächsischen
Fußballverbandes, die politische Instrumentalisierung des Fussballs
„durch rechte und linke gewaltbereite Extremisten“. Ulbig
kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Fußballspielen an.
So werden menschenverachtende, diskriminierende Äußerungen und
Handlungen ein weiteres Mal auf eine Stufe mit Antirassismus,
Antifaschismus und der Forderung nach Gleichberechtigung aller
Menschen gestellt. Dabei zeigt gerade der Vorfall in Mügeln sehr
deutlich, dass das Problem neonazistischer Einstellung
insbesondere im ländlichen Raum und im Fussball-Milieu virulent ist.
Dass den offen neonazistisch auftretenden Mügelner Fans weder von
ihrem Fussballverein, noch von den anderen Fans und insbesondere
nicht von der Polizei Einhalt geboten wurde, ist unfassbar und muss
Konsequenzen haben. Wie kann es sein, dass die Polizei gewaltvoll
gegen Fans des Roten Sterns vorging – dabei gab es mehrere
Verletzte, während die Hitler-Gruss-zeigenden und antisemitische
Gesänge anstimmenden Mügelner Fans unbehelligt blieben? Pressemitteilung, 25.4.2010 Juliane Nagel, Mitglied im Landesvorstand der LINKEN Sachsen erklärt: „Der Vorfall in Mügeln zeigt sehr deutlich, dass das Problem neonazistischer Einstellung insbesondere im ländlichen Raum und im Fussball-Milieu virulent ist. Dass den offen neonazistisch auftretenden Mügelner Fans weder von ihrem Fussballverein, noch von den anderen Fans und insbesondere nicht von der Polizei Einhalt geboten wurde, ist unfassbar. Ich fordere die Aufklärung der Beweggründe für das Nicht-Handeln der Polizei und gegebenenfalls Konsequenzen! Herr Deuse, Bürgermeister von Mügeln und Präsident des SV Mügeln-Ablass macht sich mit seinen Äußerungen unglaubwürdig. Selbst der Pressesprecher des Vereins hat öffentlich bestätigt, dass es nationalsozialistische Gesänge gab." Zu den Äußerungen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig sowie von Klaus Reichenbach, Präsident des sächsischen Fußballverbandes, die beide von politischer Instrumentalisierung des Fussballs durch rechte und linke gewaltbereiten Extremisten sprechen, ergänzt Juliane Nagel: „Es kann nicht sein, dass menschenverachtende, diskriminierende Äußerungen und Handlungen immer wieder auf eine Stufe mit Antirassismus, Antifaschismus und der Forderung nach Gleichberechtigung aller Menschen gestellt werden! Diese Werte müssten gesellschaftlicher Konsens sein. Sportvereine haben bei der Vermittlung von Demokratie und Toleranz aufgrund ihrer gesellschaftlichen Bindungsfunktion eine herausgehobene Rolle. Es bedarf keiner überzogenen Sicherheits-Maßnahmen für ein politikfreies Fussball-Stadion,sondern Bemühungen für ein Stadion ohne Nazis, für ein Klima der Toleranz und Vielfalt im Fussball!“ |
| Weiterführende Links: |
http://www.roter-stern-leipzig.de/ |
| Weiterführende Media-Dateien: |
| Beitrag bei KOPFSTOSS FM, Radio Corax 25.4.2010 |