26.06.2010Veranstaltungen mit Nazikadern im NPD-Zentrum in der Odermannstrasse - Informationen und Warnungen durch Stadt und Polizei bleiben wiederum ausMit zwei Vortragsveranstaltungen in der Odermannstraße macht die Leipziger NPD auf sich aufmerksam. Während der Freitagsgast, Bundesparteichef Udo Voigt, den Eingang zum NPd-Zentrum nicht fand, protestierten in der Nähe mehr als 50 AntifaschistInnen Lost in Lindenau: NPD-Parteichef Udo Voigt findet vor lauter Metallzaun Leipziger NPD-Zentrum nicht? (LIZ, 26.6.2010)Pressemitteilung, Juliane Nagel, 24.6.2010 |
Am Freitag, 25.6. und am Samstag, 26.6.2010 finden im NPD-Zentrum in der Odermannstrasse Veranstaltungen mit Nazikadern statt. Einerseits wird der NPD Vorsitzende Udo Voigt sprechen, andererseits der ehemalige Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Hagenow, Rüdiger Klasen, der im Juli 1992 an einem versuchten Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim bei Boizenburg beteiligt war. Die Ruhe, die mittlerweile in und um die Odermannstrasse eingezogen scheint, ist trügerisch. Zwar sind die Jung-Kader der Leipziger NPD, die gleichsam Führungskräfte der neonationalsozialistischen „Freien Kräfte“ sind, vermehrt außerhalb der Stadt Leipzig aktiv, um Strukturarbeit zu leisten und an Aktionen teilzunehmen (so am 17.6. bei einer NPD-Demonstration in Dresden oder am Naziaufmarsch am 1. Mai in Zwickau), das heisst jedoch lang nicht, dass Rekrutierungs- und interne Organisationsarbeit in Leipzig ruhen. Das Zentrum in der Odermannstrasse bildet weiterhin die Basis für ihre Bestrebungen einen „nationalen Sozialismus“ zu errichten. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen, z.B. Kampfsporttraining und ideologische Schulungen statt. Die außerparlamentarischen Aktivitäten des jugendlichen Nachwuchses werden mittlerweile durch rassistische Hetztiraden von zwei Abgeordneten im Leipziger Stadtrat unterstützt.
Wenn sich am Freitag und Samstag zwei Kader der NPD im Rahmen von
Vortragsveranstaltungen präsentieren können, bedeutet das für
AnwohnerInnen und Menschen, die sich im Stadtteil bewegen ein erhöhtes
Risiko. In der Vergangenheit kam es im Umfeld der Odermannstrasse immer
wieder zu Einschüchterungsversuchen und tätlicher Gewalt. Zuletzt
bedrohten Nutzer des NPD-Zentrums die TeilnehmerInnen einer
zivilgesellschaftlichen Demonstration am 8. Mai. Auf ihr Internetseite
veröffentlicht die NPD Leipzig Fotos von einzelnen TeilnehmerInnen
dieser Aktion. In Geithain im Landkreis Leipzig hat diese Praxis der
„Feindmarkierung“ am 7.5.2010 dazu geführt, dass ein Jugendlicher,
dessen Foto und Name durch Neonazis im Internet veröffentlicht wurden,
Opfer eines schwerwiegenden Übergriffes wurde. Der Täter gehört der
extrem rechten Szene an. |